Getrieben von

Leidenschaft

Hinter jedem gefundenen Kristall steckt eine Geschichte der Leidenschaft. Es ist die Geschichte des Strahlers, der ihn gesucht und gefunden hat. Wählen Sie den Stein und lesen Sie, was der Finder im «Schweizer Strahler» geschrieben hat…

Brookit –  Peter Amacher

Peter Amacher hat eine Leidenschaft für kleine, farbintensive Mineralien. 1975 fand er mit Strahlerkollegen am Chärstellenbach im Urnerland ein Kluftsystem mit Brookit-Kristallen. In den folgenden Jahren hat es ihn immer wieder dahin gezogen: ‚62 Strahlertage habe ich dort gearbeitet, gesucht… und gefunden…‘

Anatas – Patrik Heule

Es klingt wie im Märchen: unter den ausgerissenen Wurzeln eines umgestürzten Baumes fand Patrick Heule im Sommer 2012 im Val Punteglias (Graubünden) zuerst kleine Bergkristalle. Als er sie genauer unter die Lupe nahm, sah er: sie waren übersäht mit wunderschönem dunklen Anatas.

Rauchquarz – Yves Donnet-Monay

Seit Jahren sucht Yves Donnet-Monay in den Oberwalliser Bergen nach Mineralien. Als er im August 2011 mit einem Kollegen auf einer Alpe ob Brig unterwegs war und mit den Augen die Hänge absuchte, da hatte er plötzlich so ein eigenartiges Gefühl im Bauch: ‚Ich wusste, da oben an diesem Grat, da wartet etwas auf mich..‘ Und tatsächlich…

Cölestin – Stefan Bättig

Stefan Bättig ist ein passionierter Jurastrahler. ‚Diese Berge sind halt näher an meinem Wohnort und leichter zu erreichen.‘ Als er vor einigen Jahren von Cölestin-Funden im Jura hörte, liess ihn das nicht mehr los. Er suchte die Steinbrüche in der Umgebung ab und wurde fündig…

DIOPSID AUF GROSSULAR –  HEINZ MOSER

Eigentlich war Heinz Moser ein typischer Gipfelstürmer. Viertausender wollte er besiegen. Als er aber vor Jahren beim Aufstieg zum Rimpfischhorn bei Zermatt rein zufällig kleine, schwarz glänzende Steine am Boden fand, da war er gefesselt. Er hatte schwarze Granate gefunden und ist seither leidenschaftlicher Strahler….

Armenit – Martin Andres

Schon als Junge war Martin Andres mit seinem Vater in den Bergen unterwegs und suchte nach den schönen Steinen. Auch in Büchern war er viel unterwegs. Er wollte wissen und verstehen, was er da fand. Schon auf einem seiner ersten Allein-Gängen gelang ihm ein spektakulärer Erstfund: Armenit am Wasenhorn.

Schönheit

HARMONIE UND SYMMETRIE

bestimmen hier den Begriff Schönheit. Von der Steinzeit bis heute faszinieren die in der Natur gefundenen oder in mühsamer Arbeit von „Strahlern“ hervorgeholten Kristalle. Begriffe wie „gefrorenes Eis“, die von den Griechen stammen bis zur „Mailänder Ware“ im Mittelalter beschreiben nur einen Teil dieser einzigartigen Naturschönheiten.

WÄHREND JAHRMILLIONEN

haben sich Bausteine in einer regelmässigen Baustruktur angeordnet. Die Entstehung dieser verschiedenartig aussehenden Kristalle, die aber in letzter Konsequenz immer auf eine einheitliche Struktur zurückzuführen sind, begeistern den Strahler und lehrt ihn den Respekt vor Natur und Umgebung.

IM ZUSAMMENSPIEL

von viel Zeit, hohem Druck und hohen Temperaturen im Erdinnern mit bestimmten Flüssigkeiten konnten sich Klüfte bilden und dann in deren Hohlraum die Kristalle. Diese Kunst in der Natur ist  einzigartig und begeistert jeden, der sich damit beschäftigt.

GLANZ UND KLARHEIT

Von den vielen Mineralien fasziniert der Bergkristall mit seinem Glanz wohl am meisten. Glanz und Klarheit lassen ihn oft geheimnisvoll aufleuchten. ‚Stein des Lichtes‘ wird er deswegen auch genannt. Er ist etwas Geheimnisvolles und lässt uns nach Worten suchen, das Nichtgreifbare zu benennen.

GESETZ UND SCHÖNHEIT

Auch wenn jeder Kristall ganz eigen aussieht, sind sie doch alle nach dem ihnen innewohnenden Gesetz, nach ihrem Kristallgitter aufgebaut. Diese Gesetzmässigkeit in Kombination mit dem wechselnden Umfeld gibt dem Kristall seine Einmaligkeit und seine Schönheit. Im Kristall wird das Gesetz in seiner Schönheit sichtbar.

REIZ UND VIELFALT

Trotz strenger Gesetzmässigkeit findet man Kristalle aber immer wieder in neuen Formen. Die wechselnden Umweltbedingungen machen das möglich. Zudem gibt es rund 4500 verschiedene Mineralien. Das Zusammenspiel der  Mineralien in einer Kluft macht den besonderen Reiz einer Stufe aus und zeigt die Vielfalt der Kristallwelt.

HANDWERK UND TRADITION

DER STRAHLER

Strahler werden vor allem in der Schweiz die die Kristall- und Mineraliensucher genannt. Diese Kristallsucher sind schon seit der Römerzeit bekannt. Durch ausgestellte Funde trugen die Strahler auch massgeblich zum Verständnis der Alpen und derer Geologie bei!

DIE LEIDENSCHAFT

Die Leidenschaft gibt die Kraft. Wer nach Kristallen sucht, muss oft weite Wege gehen, muss mit Hammer und Meissel den Fels öffnen, bevor er die schönen Mineralien aus der Kluft bergen kann. Die Leidenschaft ist die Triebfeder dieser Leistung.

DAS WISSEN

Leidenschaft allein genügt nicht. Der Strahler muss den Fels lesen können. Er muss die Anzeichen kennen, die auf eine Kluft hindeuten. Dieses Wissen wird von den Strahlern oft wie das Geheimnis zum Erfolg gehütet.

DAS WERKZEUG

Um die Kristalle zu suchen und zu bergen haben die Strahler spezielle Werkzeuge entwickelt. Den Strahlstock, um grössere Felsbrocken zu entfernen; den Grübler, um das Material vorsichtig aus der Kluft zu hohlen. Zur Ausrüstung gehören auch: Hammer und Meissel, Bergpickel, Lupe und vorallem auch gutes Schuhwerk.

DIE SORGFALT

Wer sein Werkzeug allzu gierig einsetzt, der macht nicht selten das was er sucht, die Kristalle, schon in der Kluft kaputt. Zum Handwerk des Strahlers gehört darum auch Geduld, viel Sorgfalt und Liebe zur Natur.

DER EHRENKODEX

Der Ehrenkodex der Schweizerischen Vereinigung der Strahler, Mineralien- und Fossiliensammler (SVSMF) regelt die Strahlerei und verpflichtet die Strahler zu einem korrekten Verhalten in der Natur. Eine Kluft muss nach ihrer Ausbeutung sauber hinterlassen werden. Ist eine Kluft mit Werkzeug belegt, müssen andere Strahler die Hände davon lassen.

STRAHLER-WERKZEUG

STRAHLSTOCK

Ein ca. einen Meter langes Eisen, auf einer Seite rechtwinklig abgebogen, auf der anderen Seite als Flach- oder Spitzmeissel zugeschmiedet, dient zum Lösen von Gesteinsbrocken (Hebeleisen)

BERGPICKEL

Ist auf den Gletschern ein Muss, dient vor allem aber auch als Werkzeug, um Geröll von den Fels-Sätzen zu entfernen oder unter die Grasnarbe zu graben.

GRÜBLER

Ist ein Werkzeug aus Metall (Oft Kupfer, wegen seiner Biegsamkeit). Es ist auf einer Seite abgewinkelt und auf der anderen Seite oft mit einer Schaufel versehen. Mit diesem Werkzeug werden in der Kluft vorsichtig die Kristalle herausgelöst.

HAMMER UND MEISSEL

Hammer, Meissel und Spitzeisen sind die Hauptwerkzeuge der Strahler. Damit werden Felsen abgespalten, Kristalle herausgespitzt und Kristallstufen auf ihre Grösse formatiert.

LUPE

Auch die Lupe gehört zur Strahlerausrüstung. Damit kann schon im Feld festgestellt werden, ob wertvolle Kleinmineralien vorhanden sind und es sich lohnt, die Steine ins Tal zu tragen.

STEIGEISEN

Strahler bewegen sich oft in abschüssigem und gefährlichem Gelände. Da sind gute Schuhe und Steigeisen die halbe Lebensversicherung.